Zertifikatsübergabe Sonderqualifikation Forensik

 

Am 12.07.13 fand im Verwaltungsgebäude die feierliche Zertifikatsübergabe für 12 Absolventen der „Sonderqualifikation Forensik“ statt.

Der Bezirkstagspräsident Dotzel freute sich, an dieser Veranstaltung anwesend sein zu können und gratulierte den Teilnehmenden zum erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung. Er verwies auf die Bedeutung der Professionalität in der forensischen Pflege. Das Arbeiten in der Forensik sei anspruchsvoll und manchmal auch schwierig. Eine große psychische Stabilität sei bei den Pflegenden hierzu notwendig. Die richtige Entscheidung zu treffen in der richtigen Situation präge den Alltag in der Forensik. „Die Qualifikation ist der Schlüssel zum Erfolg“. Ein hohes Qualifikationsniveau bei den Mitarbeitenden werde vom Bezirk unterstützt, führte Dotzel weiter aus.

Nach den Worten von Dotzel, sei die Pflege „ein gutes Mittel, um an den Patienten dran zu bleiben“ und die Patienten besser einschätzen zu können. Ziel des Maßregelvollzuges sei die Reintegration der Patienten in die Gesellschaft.

Der Bezirkstagspräsident bedankte sich für die Durchführung der Sonderqualifikation bei der Krankenhausleitung und den Dozenten.

Die Pflegedirektorin Schaffarczik bedankte sich bei allen, die diese Qualifizierungsmaßnahme unterstützt und mitermöglicht haben. Mit den jetzigen 12 Absolventen seien insgesamt 56 Mitarbeitende in der RMK, die diese Sonderqualifizierung absolviert haben.

Laut Schaffarczik habe die Öffentlichkeit eine „falsche Wahrnehmung“ bezüglich des Aufgabenbereichs der forensischen Pflege in Deutschland. Ursache hierfür könnte unter anderem sein, dass Pflege in der Öffentlichkeit nur als einfache, körperliche Dienstleistung angesehen werde – was eine absolute Verkennung des Inhalts und der Weiterentwicklung dieses Berufs sei.

Pflegende in der Forensik haben die wichtige Aufgabe, sich um schwerkranke Patienten, die aufgrund ihrer psychiatrischen Erkrankung eine oder mehrere Straftaten begangen haben, in allen Lebensaspekten zu kümmern, betonte Schaffarczik. Deshalb erhalten diese Patienten psychiatrische Krankenpflege in gesichertem Rahmen. Pflegende verbringen die meiste Zeit mit diesen Patienten und sind deshalb ein wichtiges Bindeglied zwischen den Patienten und den anderen Berufsgruppen.

Die Pflegedirektorin führt weiter aus, das Bezugspflegesystem ermögliche es, dass die einzelne Pflegekraft ihre Patienten gut kenne und die Probleme, Schwierigkeiten, aber auch die Ressourcen, die der Patient habe, pflegerisch-therapeutisch durch die individuelle Pflegeplanung bearbeiten könne. Die pflegerische Beziehungsarbeit sei eine „elementar wichtige Tätigkeit, die z. B. in Lockerungskonferenzen, in die Prognosebeurteilung“ einfließe, führt Schaffarczik weiter aus.

Pflege sei neben den ganzen medizinisch-pflegerischen handwerklichen Fähigkeiten, vor allem ein Kommunikationsberuf. Kommunikation habe einen zentralen Platz in der Behandlung und Pflege eines Patienten, besonders in der Psychiatrie.

Laut Schaffarczik werde Kommunikation in deutschen Krankenhäusern leider immer mehr, als „teurer nicht profitbringender Teil der Arbeit betrachtet“. Aber gerade chronisch-kranke und schwerkranke Menschen bräuchten besonders viel menschliche und fachliche Zuwendung und Beratung. Dieser wichtige Bestandteil des pflegerischen Berufsbildes dürfe nicht zu kurz kommen und muss verteidigt werden, fügte die Pflegedirektorin an.

Jeder könne nachvollziehen, dass Menschen ein Bedürfnis nach „guten“ Gesprächen im Sinne von „Verstanden und empathisch begleitet werden“, haben. Es gehe auch immer um Sinnsuche, Konfliktmanagement, Reflexion von Patientenverhalten. Ein gelungenes Patientengespräch könne andere negative Auswirkungen bei Patienten abfangen; und stelle somit eine wertvolle Arbeitsmethode dar.

Pflegedirektorin Schaffarczik erläuterte, dass der Bezirk Unterfranken sich mit seinen Gesundheitseinrichtungen der wichtigen Angelegenheit Personalgewinnung und –bindung angenommen habe.

Ein zukunftsträchtiges erfolgreiches Arbeitsumfeld, das Mitarbeiter gewinnen und binden will, „bedarf der Elemente von Beschäftigungsqualität (Löhne, Arbeitsverträge, Arbeitszeiten, Vereinbarkeit Familie und Beruf, Sozialleistungen sowie fachliche Weiterentwicklung“, betonte die Pflegedirektorin.

Laut Schaffarczik sei auch der Bereich Arbeitsqualität für die Mitarbeitenden von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang erläuterte sie die Aspekte Arbeitsautonomie, Personalausstattung, Kultur, Vertrauen, Sicherheit und Gesundheit, ein vertretbares Arbeitstempo und ein soziales Umfeld, in welchem der einzelne Mensch, der gleichzeitig auch ein Berufsvertreter mit einer Profession sei, „leben“ will und kann. Die Pflegedirektorin merkte hier zu kritisch an, dies sei ein „entscheidender Faktor im Wettbewerb um die zukünftig nicht mehr ausreichende Anzahl von Pflegekräften in unserem Land“. „Diesem Sachverhalt stellen wir uns bisher sehr erfolgreich, in beiden Kliniken hier am Hause“, was sicherlich auch mit pflegegerechten Strukturen, sehr guten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, einem modernen Pflegekonzept und einer pflegerespektierenden Teilhabe am Krankenhausgeschehen verbunden sei, betonte die Pflegedirektorin.

Die Kurssprecherin Nadine Hagemann bedankte sich im Namen aller Absolventen bei der Bezirkshauptverwaltung und der Krankenhausleitung für die Finanzierung der Fortbildung, bei den Fachbereichsleitungen Edgar Schäfer und Helmut Schmitt für die Organisation und Durchführung des Kurses und bei allen Dozenten, die ihr Wissen professionell weiter geben haben. Laut Hagemann seien die Kursteilnehmer stolz auf ihren Arbeitgeber, da dieser die „Notwendigkeit sieht, professionell Pflegende in der Forensik einzusetzen“.

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Der Bezirkstagspräsident und die Pflegedirektorin überreichten die Zertifikate an: Nadine Hagemann, Tobias Sachs, Lea Gerber, Jennifer Gargano, Angelique Klein, Jörg Thamm, Markus Kaspari, Julian Felder, Theresia Baum, Niklas Ille, Petra Diel, Bernd Künzinger.

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